Freundschaftliche Verbundenheit und Interesse an ortsplanerischen Problemen gaben im Jahre 2012 den Anstoss, die Gesamtrevision der Ortsplanung Beromünster als Thema wahrzunehmen. Zentrales Problem war damals, - und ist es auch heute noch -, die Entlastung des Fleckens vom Durchgangs- und Schwerverkehr. Kanton und Gemeinde glauben, das Problem mit einer Umfahrungstrasse lösen zu können. Die gegebene Topografie und das bestehende Siedlungsgebiet machen eine Umfahrung jedoch unmöglich: die geplante Strasse führt auf der ganzen Länge durch das Baugebiet und wird damit zu einem massiven Eingriff ins Ortsbild, verbunden mit übermässigen Immissionen auf viele Liegenschaften.
Die Gesamtrevision der Ortsplanung war eigentlich die Gelegenheit, mit einem kommunalen Verkehrsrichtplan die ortsplanerisch richtige Lösung zu finden. Diese Chance wurde nicht ergriffen. Die Strassenplaner des Kantons haben eine breite Schnellstrasse in gestreckter Linienführung mit zwei grossen Kreiseln entworfen. Die Ortsplanung hat das Projekt kritiklos übernommen. Wer zahlt, befiehlt. Extremes Beispiel für den Eingriff ins Ortsbild ist das Alters- und Pflegeheim Bärgmättli: Obwohl eine Erneuerung an Ort möglich wäre, soll die ganze Anlage mit den 15 beliebten Alterswohungen der gestreckten Linienführung der neuen Strasse Platz machen und an einem vom Lärm der geplanten Strasse übermässig belasteten Standort neu erstellt werden. Ein in jeder Hinsicht unverständliches Vorgehen mit enormen Kostenfolgen und massiven Nachteilen für alle, die künftig in diesem Heim wohnen und arbeiten.
Um nicht nur Kritik zu üben, wurden konkrete Vorschläge als Alternativen und Diskussionsgrundlagen entwickelt und vorgelegt:- Im Oktober 2018 der Bericht: Anmerkungen zur Ortsplanung Beromünster/Alternatives Verkehrskonzept/Anregungen für den Flecken
- Im Dezember 2020, nach der Ablehnung der Ortsplanung an der Urne, der überarbeitete und erweiterte Bericht „Ortsplanerische Alternative zur geplanten Entlastungsstrasse.
- Im Dezember 2020 zudem der Bericht: Eine Zukunft für das Bärgmättli, -eine Machbarkeitsstudie für die Erneuerung und Erweiterung des bestehenden Alters- und Pflegeheims.
- Im August 2022 der Bericht: Ortsplanung Beromünster, 2. Etappe: Planerische Kritik und Hinweise für eine grundlegende Überarbeitung
- Im August 2022, als Argumentarium zur Behandlung der Umfahrungsstrasse im Kantonsrat der Bericht: Konzept für eine ortsbildverträgliche, in Etappen realisierbare Entlastung des Fleckens vom Durchgangsverkehr.
Behörden, Planer und Ortsparteien waren nie bereit, diese konstruktiven Vorschläge zur Kenntnis zu nehmen und zu diskutieren. In Hinblick auf die im Juni 2023 terminierte kantonale Abstimmung über den Kredit von mehr als 70 MIo. Fr. für die Umfahrungsstrasse wurden diese Vorschläge nochmals überarbeitet. Als zusammenfassendes Ergebnis liegen nun vor:
- Beromünster: Umfahrungsprojekt Kanton: Auswirkungen auf das Siedlungsgebiet (Plan 1: 500)
- Beromünster: Entlastung des Fleckens vom Durchgangs und Schwerverkehr: Konzept und Nachweis der Machbarkeit (Bericht)
- Beromünster: Ortsbildverträgliche Entlastung des Fleckens vom Durchgangsverkehr (Plan 1: 500)
Damit ist der Nachweis erbracht, dass eine Ablehnung der Umfahrungsstrasse die Verkehrsentlastung des Fleckens nicht verhindert, sondern den Weg frei macht für eine ortsbildverträgliche, rasch realisierbare und in jeder Etappe wirksame Lösung, mit schätzungsweise höchstens der Hälfte der Kosten. Das grösste Problem ist die Information: Kaum jemand war bisher bereit, diese Alternativen ernsthaft zur Kenntnis zu nehmen.