Das bestehende Verkehrsangebot am Gotthard
Die Pass-Strasse ist seit 1830 durchgehend befahrbar und wurde seither laufend ausgebaut, auf der Südseite zu einer Autobahn mit zwei Fahrstreifen.
Der Bahn-Scheiteltunnel Göschenen Airolo ist seit 1882 das Herzstück der wichtigsten Schienen-Verbindung im Alpenraum.
Der Gotthard-Strassentunnel steht als wintersichere Verbindung von Göschenen nach Airolo seit 1980 für den Personenverkehr zur Verfügung.
Mit dem Basistunnel der NEAT besteht im Alpenraum eine Flachbahn für den Güter Schwerverkehr. Dafür wurde diese Jahrhundertinvestition erstellt!
Ein konsequentes Betriebskonzept für das bestehende Angebot:
- Der NEAT–Basistunnel wird bestimmungsgemäss primär für den Güterverkehr genutzt. Auch die 500‘000 Lastwagen, die am Gotthard noch zulässig sind, werden zwischen Erstfeld und Biasca auf einer rollenden Strasse für Lastwagen durch den Tunnel transportiert.
- Der übrige Nord-Süd-Güterverkehr wird von Grenze zu Grenze auf der Bahn abgewickelt.
- Personenzüge werden im Basistunnel nur soweit geführt, als dies mit dem Güterschwerverkehr vereinbar ist. Die übrigen Personenzüge verkehren auf der Bergstrecke, ebenso leichtere Güterzüge.
- Der Strassentunnel Göschen – Airolo dient, mit Ausnahme der wenigen Lastwagen, die für die lokale Versorgung zwischen Erstfeld und Biasca nötig sind, ausschliesslich dem Personenverkehr (PW und Cars).
Politisch war das Konzept chancenlos: die „Auto-Schweiz“ wollte die zweite Röhre und bekommt sie nun. Wenn sie erstellt und die erste Röhre erneuert ist, werden ab ca. 2030 zwei voll ausgebaute Röhren zur Verfügung stehen. Das Versprechen, in beiden Röhren nur je einen Fahrstreifen für den Verkehr zu öffnen, wird dann nicht einzuhalten sein. Wie das verhindert werden könnte, zeigt der Bericht Gotthard Strassentunnel: Schienen anstelle von Lüftung, vom Juli 2022. Nicht einmal die Alpeninitiative war bereit, diesen Bericht zu diskutieren!